So viel Wein – Barossa Valley, Adelaide (09.-12. März 2014)

Isabell ist nun auch in Adelaide und am 9. März checke ich im Hostel aus und treffe mich dann mit ihr in der Stadt. Wir haben uns jetzt seit über 6 Wochen nicht gesehen und ich freue mich total, wieder mit ihr vereint zu sein. Wir laufen dann ein bisschen zusammen durch die Stadt, schauen uns (auf Isabells Wunsch hin) eine Kathedrale an und gehen nochmal zu dem Festival, aber es ist gerade nicht so viel los. Dann holen wir meine Sachen aus dem Hostel und fahren mit dem Zug zu unserem Couchsurfer, Isabell hat letzte Nacht schon hier verbracht. Das ist bei dem alles ein bisschen komisch, er hat zwei leer stehende Räume, in denen schon bis zu 14 Couchsurfer untergekommen sind, man muss sich einfach ein Plätzchen auf dem Boden suchen. Im Moment sind wir wohl so 7 Couchsurfer und ich finde ihn auch ziemlich unsympatisch, naja hauptsache wir haben ein Dach über dem Kopf. Wir suchen online nach einer Weintour durch das Barossa Valley, das unweit von Adelaide entfernt ist und buchen schließlich eine Tour für morgen.

In der Bücherrei gibt es diese tollen, altmodischen Säle.

In der Bücherrei gibt es diese tollen, altmodischen Säle.

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Eine der vielen Kathedralen Adelaides.

Eine der vielen Kathedralen Adelaides.

Am nächsten Morgen fahren wir in die Stadt, wo wir zu unserer Weintour abgeholt werden sollen. Unser kleiner Bus kommt aber nicht und als wir bei dem Anbieter anrufen, stellt sich heraus, dass unsere Buchung nicht eingegangen ist, weil wir sie weniger als 24 Stunden im Voraus gebucht haben. Oh nein, was machen wir denn jetzt? Wir stehen noch ein bisschen ratlos herum, als ein anderer Anbieter für eine Weintour hier hält und Gäste abholen will. Ganz spontan steigen wir ein und fragen den Tourguide, ob er noch zwei Plätze frei hat und wie viel die Tour denn kostet. Sie ist nur 5 Dollar teurer, als unsere eigentlich geplante Tour und er hat auch noch zwei Plätze frei, yippie, da haben wir nochmal Glück gehabt. Der erste Stopp ist die Whispering Wall, ein großer Damm, der 140 Meter lang und so gebogen ist, dass man von einem zum anderen Ende miteinander sprechen kann, indem man gegen die Wand spricht. Das ist wirklich erstaunlich, man kann tatsächlich jedes Wort verstehen. Dann geht es zur ersten Weinverkostung in ein Chateaux. Das ist schon ziemlich cool hier in dem Weinkeller und macht echt Spaß, auch wenn mir die meisten Weine nicht so schmecken. Besonders mit Rotwein kann ich mich einfach nicht anfreunden. Einer der Rotweine hier riecht und schmeckt sogar nach Feuerwerk, total rauchig, da schüttelt es uns einmal durch. Auch die zweite Verkostung ist ganz interessant und macht Spaß. Nach der ganzen Trinkerei ist zum Glück erstmal Mittagspause, das Essen ist zwar kalt (es gibt Brot, Aufstrich etc.), aber sehr sehr lecker. Das nächste Weingut ist gleich um die Ecke, so dass wir uns hierer zu Fuß begeben. Hier handelt es sich nicht um eine strukturierte Verkostung und wir können uns auf der Weinkarte die Weine selber aussuchen, die wir probieren möchten. Beim letzten Tasting sitzen wir sogar alle um einen Tisch herum und werden richtig bedient. Gegen fünf Uhr kommen wir schließlich wieder in Adelaide an. Wir haben jetzt wohl jeder so um die 1,5 Flaschen Wein verzehrt. Es geht dann mit dem Zug zurück zu dem Couchsurfer, aber es ist niemand zu Hause und er geht auch nicht an sein Handy, na toll. Wir setzen uns dann vor die Tür und werden so langsam von Mücken zerstochen. Nach einer Weile taucht eine Italienerin auf, die auch gerade hier untergekommen ist. Sie hat sich soeben ein Auto gekauft, in dem wir uns dann vor den Mücken retten. Leider wird es hier drin ziemlich heiß nach einer Weile. Wir holen uns bei der Tankstelle etwas zu essen und schlafen dann soweit es geht im Auto. Um 12 Uhr nachts taucht der Couchsurfer dann auch mal auf, wir haben jetzt gut 6 Stunden auf ihn gewartet. Wir schreiben dann gleich nochmal einen anderen Couchsurfer an, zu dem wir dann morgen wechseln möchten, denn hier wollen wir nicht länger bleiben. Er sagt uns zum Glück zu und wir können beruhigt schlafen gehen.

Die beeindruckende Whispering Wall (flüsternde Wand).

Die beeindruckende Whispering Wall (flüsternde Wand).

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Das leckere Mittagessen, eine Platte war für zwei Leute.

Das leckere Mittagessen, eine Platte war für zwei Leute.

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Hier wird gerade Wein gemacht.

Hier wird gerade Wein gemacht.

IMG_2232Nachdem wir am nächsten Morgen geduscht und gefrühstückt haben, verlassen wir das Haus. In der Stadt können wir unser Gepäck sogar in einem Nobelhotel unterbringen (es war einfach das erste, das wir gesehen haben), voll nett. In einem Reisebüro für Backpacker nutzen wir dann für eine Weile das Internet, ich suche nach Jobs als Aupair an der Westküste, Isabell sucht ebenfalls nach Jobs und wir schreiben ein paar Couchsurfer für Perth an. Denn wir haben eine Mitfahrgelegenheit in einem Wohnmobil von Adelaide nach Perth mit vier weiteren Personen gefunden. Der Trip beginnt morgen Nachmittag. Am Bahnhof werden wir dann von unserem neuen Couchsurfer Mark abgeholt, mit dem wir uns auf Anhieb gut verstehen, er ist nett und lustig und nicht so komisch, wie der letzte. Abends werde ich noch von einer Familie angerufen, die sich für mich als Aupair interessiert und mir schließlich auch zusagt. Ich freue mich riesig darüber, ab nächster Woche wohne ich dann also in Carnarvon, 900 km nördlich von Perth an der Westküste.

Sein Mitbewohner Randall fährt mit uns am nächsten Vormittag noch an der Küste entlang, er zeigt uns unter anderem den Glenelg Strand und einen tollen Aussichtspunkt. Anschließend hängen wir noch ein bisschen in der Wohnung herum und fahren dann mit unserem Gepäck zurück in die Stadt. Hier treffen wir uns mit Katrien und Julie aus Belgien (Katrien spricht flämisch, Julie französisch) und Louise aus Frankreich. Die nächsten 6 Tage werden wir zusammen von Adelaide nach Perth fahren. Nach ein bisschen warten, kommt dann auch Martin aus der Slowakei mit dem Wohnmobil an. Da wir für das Unternehmen das Wohnmobil von Melbourne (dort ist Martin schon gestartet) nach Perth bringen, müssen wir keine Leihgebühren bezahlen, sondern lediglich den Sprit, den wir verbrauchen. Dafür haben wir nur begrenzt Zeit, aber ein perfektes Angebot für arme Backpacker. Da wir heute erst recht spät loskommen, fahren wir nur etwa 2 Stunden und übernachten neben einem Spielplatz mit Toilette und Dusche.

Der Glenelg Strand.

Der Glenelg Strand.

Von hier oben haben wir eine tolle Aussicht auf die Küste.

Von hier oben haben wir eine tolle Aussicht auf die Küste.

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4 Gedanken zu „So viel Wein – Barossa Valley, Adelaide (09.-12. März 2014)

  1. Was für schöne Erinnerungen da wach werden. Hast du uns noch gespürt? Wie wir klitsch nass wurden und im Wohnmobil zum Glück einen 14-Stunden-Regen ohne große Schäden überstanden haben? Ich hoffe, du hast einen guten Schluck für uns im Gepäck.
    Und was ihr mal wieder für Glück im Unglück hattet. Den Ausreißer mit dem einen komischen Couchsurfer könnt ihr ja streichen. Waren die Mücken so schlimm wie unsere Freunde in Neuseeland?
    Als kleines Kind hast du schon einmal an einer Whispering Wall gestanden, in London, in der St. Peter and Paul Cathedral, wirklich beeindruckend. Das wirst du doch nicht vergessen haben?
    Die Fotos sind wunderbar. Tausend Dank. Tut gut.

    • Die Mücken waren schon ziemlich nervig, aber wären es Sandflies gewesen, hätte man es nicht ausgehalten. An die Whispering Wall in London kann ich mich nicht erinnern, müssen wir mal Fotos anschauen, wenn ich zurück bin. Das mit dem Wein im Gepäck meinst du hoffentlich nicht ernst, wie sollte ich das denn transportieren?

  2. was Du hier erlebt hast, ist wieder kaum fassbar, aber schön. Danke für den Bericht.
    Am besten können es Deine Eltern mitgehen und beurteilen.
    Wir haben heute einen excelenten Südaustralischen Wein geschenkt bekommen:
    „Penfolds BIN 28 KALIMNA SHIRAZ 2011“
    Wird dir vermutlich nichts sagen aber er ist wunderbar und hat Australien in sich.
    Einen guten Endlauf wünschen Dir Ch § Opi

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