Ich falle vom Himmel – Cairns (09.-11. Dezember 2013)

Es ist Montag und wir fahren heute über den Captain Cook Highway, der wirklich tolle Ausblicke bietet, weiter nach Cairns. Unterwegs gönnen wir uns noch ein paar Stunden am Strand, dem Palm Cove und das Örtchen hier ist auch total süß. Wir wollen dann mal unseren Campinggaskocher ausprobieren und Kartoffeln kochen, die wir extra ganz klein schneiden. Leider ist es extrem windig, das Gas schafft den 2-cm-Weg zum Topf kaum, sondern wird vorher weggepustet. Weil uns dann nach einer gefühlten Ewigkeit die Geduld ausgeht, gibt es eben bissfeste Kartoffeln zum Mittag, so ist das Leben eines Backpackers nunmal. Anschließend fahren wir zum nächsten Strand, dem Trinity Beach, wo wir etwas herumlaufen und auch eine öffentliche Dusche entdecken. Wir sind nur noch etwa eine halbe Stunde von Cairns entfernt und als wir an zwei anderen Stränden unterwegs keine andere Dusche mehr entdecken, entscheiden wir uns dazu, heute abend hier zu schlafen. Erstmal geht es aber noch in die Stadt. Leider vertun wir uns etwas (bzw. ich) und parken doch noch ein bisschen vom Zentrum entfernt. Dafür laufen wir an der schönen Strandpromenade entlang. Die ist doch tatsächlich so etwas wie ein öffentliches Fitnessstudio. In einigen Abständen gibt es hier einfach mehrere Fitnessgeräte, die für jedermann zugänglich sind, sowie Beachvolleyballfelder und eine große Lagune (schöner als die in Airlie Beach). Das war es aber noch nicht, es gibt nämlich jeden Tag mehrere kostenlose Fitnesskurse, wie wir einem Plan entnehmen können. Das muss man sich mal vorstellen, unglaublich! Dann wollen wir uns noch über verschiedene Tourmöglichkeiten informieren und in dem einen Reisebüro gibt es gerade etwas Rabatt auf Fallschirmspringen, das buchen wir dann einfach mal für Mittwoch, oh Gott. Nachdem wir noch etwas über die Night Markets laufen, fahren wir zurück zum Trinity Beach.

Die Aussicht vom Cook Highway.

Die Aussicht vom Cook Highway.

Unsere Windschutzkonstruktion hat leider nicht viel gebracht.

Unsere Windschutzkonstruktion hat leider nicht viel gebracht.

Eines der süßen Häuschen in Palm Cove.

Eines der süßen Häuschen in Palm Cove.

Der Trinity Beach.

Der Trinity Beach.

Am nächsten Morgen fahren wir in den Regenwald zu den Crystal Cascades. Um dort hinzukomen, müssen wir uns mehr oder weniger unseren eigenen Weg über Felsen und mitten durch den Regenwald suchen. Dann kommen wir bei einem coolen, kleinen Wasserfall an, wo auch zwei Leute schwimmen und vom Felsrand in den anscheinend ziemlich tiefen Pool davor springen. Schade, dass wir unsere Badesachen jetzt nicht dabei haben. Weiter geht die Fahrt zum Placid Lake, wo man angeblich schwimmen kann, aber wir entdecken dann doch ein Krokodilwarnschild und trauen uns nicht ins Wasser. Sitzen dafür am Ufer und während Isabell sich auf der Wiese sonnt, schreibe ich die Geschehnisse der letzten Tage auf und bin plötzlich von einer asiatischen Reisegruppe umzingelt, die alle genau neben dieser Bank ihre Fotos machen müssen. Das muss einen ziemlich lustigen Anblick geboten haben, wie ich so mitten dazwischen sitze. Nach 5 Minuten sind sie dann alle wieder weg, das absolute Klischee. Es geht weiter nach Kuranda, wo wir die atemberaubenden Barron Falls sehen (was auf den Fotos leider überhaupt nicht rüberkommt). Der Ort an sich ist auch nett, es gibt hier mehrere verschiedene Märkte, aber leider macht alles so langsam zu (um 15 Uhr). Zurück in Cairns informieren wir uns noch etwas über Fraser Island, die Tour für die größte Sandinsel der Welt müssen wir bald buchen. Auf dem Weg zum Auto wundern wir uns schon über diese vielen schwarzen Vogelschwärme, die sich gerade am Himmel tummeln, als wir feststellen, dass es Fledermäuse sind. Das ist im ersten Moment noch ganz cool, aber kurz darauf bemerken wir dann auch, dass diese Tiere einfach nur stinken, puuh. Abends schlafen wir am Hollowy Beach, der etwas näher an Cairns ist, als der Trinity Beach, und bei dem wir auch noch eine Dusche entdeckt haben. Nachts um 0:45 Uhr ist es auf einmal total laut, so als würden tausende Eicheln auf unser Dach prasseln. Das Geräusch kommt und geht und irgendwann stellen wir fest, dass es sich um einen Rasensprenger handelt. Wieso geht der mitten in der Nacht plötzlich an? Naja, wir stellen uns dann einfach auf die andere Straßenseite.

Bei den Crystal Cascades müssen wir uns unseren eigenen Weg suchen.

Bei den Crystal Cascades müssen wir uns unseren eigenen Weg suchen.

Hinter dem Felsen fließt der kleine Wasserfall in einen tiefen Pool (den wir leider nicht abgelichtet haben, weil uns die beiden Menschen im Weg waren).

Hinter dem Felsen fließt der kleine Wasserfall in einen tiefen Pool (den wir leider nicht abgelichtet haben, weil uns die beiden Menschen im Weg waren).

Der Placid Lake.

Der Placid Lake.

Eine grandiose Aussicht über Cairns und die Landschaft.

Eine grandiose Aussicht nah bei den Barron Falls.

Die Barron Falls waren in live viel beeindruckender (und in der Regenzeit wäre es noch besser gewesen).

Die Barron Falls waren in live viel beeindruckender (und in der Regenzeit wäre es noch besser gewesen).

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Der Kursplan des freien "Fitnessstudios" in Cairns.

Der Kursplan des freien „Fitnessstudios“ in Cairns.

Der Weihnachtsbaum in Cairns, passt nicht so ganz zu den Palmen.

Der Weihnachtsbaum in Cairns, passt nicht so ganz zu den Palmen.

Mittwoch, der 11. Dezember, heute heißt es früh aufstehen, denn wir gehen Fallschirmspringen (Skydiving) aus 14000 Fuß Höhe (weiß jetzt nicht wie viel das in Metern ist)!! Am Flughafen angekommen, melden wir uns an, dann müssen wir uns noch ein Einweisungsvideo anschauen und da wir beide kurze Hosen anhaben, bekommen wir noch extra Hosen. Jeder bekommt seinen erfahrenen Sprungpartner zugewiesen, meiner heißt Lenny oder so, ich hab es nicht ganz verstanden, aber wollte nicht nochmal blöd nachfragen. Er kann auch einige Wörter und Sätze Deutsch und ist ein ganz lustiger Typ. Er weist mich noch einmal kurz ein, während des Sprungs soll ich die ganze Zeit „Banane“ denken, weil ich den Körper so nach hinten krümmen soll. Dann geht es ins Flugzeug, wo wir uns in zwei Reihen rückwärts reinquetschen. Der Flug dauert etwas 20 Minuten, allein dafür hat es sich schon gelohnt, denn die Aussicht ist der Wahnsinn, auf der einen Seite das Meer, unter uns Cairns und direkt daneben der Regenwald. Der Sprungzeitpunkt rückt immer näher, mein Herz schlägt schneller, aber nicht aus Angst sondern nur aus gespannter Aufregung, die Gurte werden festgezogen und die Brille aufgesetzt. Dann wird die Tür hochgefahren und schon plumst das erste Pärchen aus dem Flieger. Es geht ruckzuck, einer nach dem anderen purzelt davon, ich sehe Isabell noch springen, dann kommen noch zwei Pärchen vor uns und auf einmal rutschen wir zum Ausgang. Es bleibt überhaupt keine Zeit zum nachdenken, ich mache die Banane und schon sind wir mit 200 km/h (oder sowas) auf dem Weg. Wow, wahnsinn, unglaublich. Wir fliegen einfach, es fühlt sich gar nicht so an als würde man fallen, man bekommt eher nur ganz viel Luft entgegen. Ich schreie die ganze Zeit vor Freude und gerade als ich denke, jetzt kommt der Boden aber doch etwas nah, geht der Fallschirm auf. Es sind gerade mal 60 Sekunden vergangen. Während die anderen Pärchen in schnellen Spiralen fliegen, lässt sich mein Sprungpartner eher Zeit, damit wir die Landschaft und den Flug richtig genießen können. Wir landen dann als letztes auf der Wiese. Mein linkes Ohr ist jetzt taub, aber nach ein paar Stunden und mehrmaligem Knacken ist es wieder normal. Isabell hat ihren Flug auch total genossen. Da es erst mittags ist, fahren wir noch in ein Einkaufszentrum und holen uns später in der Stadt unsere Fotos und ich noch mein Video vom Skydiven ab.

Da ist der Weihnachtsmann! (Zurzeit in jedem Einkaufszentrum anzutreffen.)

Da ist der Weihnachtsmann! (Zurzeit in jedem Einkaufszentrum anzutreffen.)

Ein Stelle mit Fitnessgeräten.

Ein Stelle mit Fitnessgeräten.

Das Video will ich euch natürlich nicht vorenthalten, genießt den Flug mit mir („Motivation, Aggressivität, Team“ ist übrigens unser Handballspruch):

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5 Gedanken zu „Ich falle vom Himmel – Cairns (09.-11. Dezember 2013)

  1. Bei meiner Fallangst kommt für mich so eine Aktion wie Fallschirmspringen nur in einem Alptraum vor. Und ob ich das überlebe, steht auch noch in den Sternen. Also große Hochachtung. Beim nächsten Mal kündigst du mir das aber bitte nicht an.

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