Warten, warten, warten – Bowen (15.-27. November 2013)

Am Freitag schaffen wir es endlich mal auf die andere Maschine und haben ohne das ganze Geschrei von Hasan den entspanntesten Arbeitstag überhaupt. Am Wochenende haben wir wieder frei, Samstag ist dann natürlich wieder Strandtag, aber am Sonntag gehen wir morgens auf den Markt von Bowen, der bis auf leckeres Eis leider nicht wirklich was zu bieten hat und wir können beim Eisschlecken den Blicka auf das wahnsinnig blaue Meer genießen. Es ist aber noch ein anderer Markt zu dem wir fahren, der allerdings so lächerlich ist, dass wir nach 2 Minuten schon wieder gehen. Er besteht aus fünf Ständen und wir sind die einzigen Besucher. Den Rest des Tages gammeln wir im Hostel, weil wir selbst vom Strand mal eine Pause brauchen.

Das Meer sieht heute unglaublich schön aus.

Das Meer sieht heute unglaublich schön aus.

Am Montag soll der allerletzte Tag auf der Tomatenfarm sein und wir sind sogar eingeteilt. Allerdings hat es die ganze Nacht geregnet und als wir früh um 6 Uhr auf der Farm ankommen, stellt Hasan ganz verwundert fest, dass ja alles nass ist und wir so nicht pflücken können, wie kommt das bloß. Wir sitzen also 2 Stunden nichtstuend herum und warten auf die Meinung des Farmers, der sich so lange nicht blicken lässt. Als er dann endlich erscheint werden wir wieder nach Hause geschickt und sollen um 11 Uhr wieder kommen, bis dahin ist es dann angeblich trocken genug. Wir arbeiten später also für eine Stunde, als es in Strömen anfängt zu regnen und wir abbrechen müssen und schnellstens in den Bus rennen. Das heißt dann es geht morgen doch noch weiter, wenigsten dürfen die gleichen Leute arbeiten wie heute. Hasan kann uns jedoch nicht sagen, wann es am nächsten Tag losgeht. Wir stehen also wie immer um 5 Uhr auf, aber der Bus kommt und kommt nicht. Nach drei Stunden Kartenspielen sagt uns dann tatsächlich jemand bescheid, dass der Bus um 9 Uhr kommt und wir legen uns alle noch einmal für eine Stunde ins Bett. Es wird für 5 Stunden gearbeitet, als es wieder aus Eimern schüttet und wir die letzten zwei Reihen auf den nächsten Tag verschieben müssen. Dieses Mal wird uns glücklicherweise gleich gesagt, dass wir um 10 Uhr abgeholt werden. Weil man sich hier aber auf nichts verlassen kann, werden wir schon um Viertel nach acht geweckt, der Bus kommt schon eine Stunde früher. Endlich bringen wir die letzten drei Stunden Tomatenpflücken hinter uns und sind froh, nie wieder diese Maschine betreten zu müssen. Ab jetzt heißt es warten auf die Mangos, Hasan kann uns überhaupt keine Antwort auf die Frage geben, wann es denn losgeht, der Farmer habe sich noch nicht bei ihm gemeldet.

Donnerstag verbringen wir dann wie immer am Coral Bay, Freitag bleibt uns leider keine Wahl als im Hostel zu gammeln, weil regnet. Hier lebt übrigens auch ein älterer, komischer Mann namens Baraki aus Papua Neuguinea, der an freien Tagen 24 Stunden am Tag betrunken ist und uns alle zutextet. Heute sind wir mal wieder seine Opfer und er erzählt ständig das gleiche Zeug. Seine Standardsprüche „Doesn’t matter“ (Ist egal) und „Good girl/boy“ (Gutes/r Mädchen/Junge) haben sich hier schon total etabliert. Heute abend fragt er uns dann ständig, ob er für uns kochen kann und irgendwann nehmen wir die Einladung dann an. Es schmeckt trotz komischen Aussehen sogar überraschend gut wir amüsieren uns hervorragend über Baraki.

Der verrückte Baraki.

Der verrückte Baraki.

Schmeckt besser als es aussieht.

Schmeckt besser als es aussieht.

Wir überlegen uns, morgen in die 2 Stunden entfernte Stadt Mackay zum Shoppen zu fahren, da hier nichts los ist. Als wir am Samstag aufstehen steht jedoch alles unter Wasser, es hat die ganze Nacht geregnet und gestürmt, also bleiben wir doch lieber hier, weil wir nicht wissen, wie lange es noch regnet und ob dann alles überflutet ist. Es ist also wieder gammeln angesagt, am Sonntag können wir wieder an den Strand.

Da hier sonst nichts los ist, fahren wir am Montag doch nach Mackay, zusammen mit den drei Französinnen, und verbringen einen schönen Tag im Einkaufszentrum. Dienstag fahren wir dann in die Bücherrei, um dort das Internet zu nutzen. Wir müssen hier weg, bei den Mangos tut sich nichts und wir schauen nun, wie es weitergeht. Entscheiden uns dann, am Donnerstag nach Townsville zu fahren und endlich unsere Reise zu beginnen. Den Rest des Tages sind wir zum letzten Mal an unserem geliebten Coral Bay. Abends sitzen wir noch alle zusammen, spielen und trinken. Dann kommt plötzlich die Mitarbeiterin vorbei, die das Geld verwaltet, fotografiert uns alle und sagt, sie schickt Hasan die Bilder, wir dürften keinen Alkohol konsumieren usw. Sie dreht total durch und wir verstehen alle das Problem nicht, weil wir ja sowieso keine Arbeit haben. Hier ist einfach alles gestört. Am nächsten Morgen, den 27. November, kommt dann Sam, ein ebenfalls türkischer Mitarbeiter, und berichtet uns, dass wir alle umgehend das Hostel verlassen müssen, es wird geschlossen, weil sie nicht wissen, wann sie uns für die Mangos einstellen können. Alle sind total geschockt, aber für uns ist es zum Glück kein Problem, dann fahren wir eben schon heute nach Townsville und übernachten im Auto. Wir erhalten alle noch unseren spärlichen Lohn, bis auf die letzten zwei Wochen und die Kaution, das wird angeblich überwiesen. Gegen 17 Uhr machen wir uns dann auf den Weg und verlassen endlich Bowen, in dem wir eine gestörte Zeit verbracht haben, aber auch viel Spaß mit den anderen Backpackern hatten. Hier noch ein paar Eindrücke unserer Lebensumstände (Leider haben wir keine Fotos von der Küche gemacht, als sie dreckig war und überall das schmutzige Geschirr herumstand):

Das war für 5 Wochen unser Schlafplatz.

Diese Geckos gibt es überall in Australien. Dafür dass die so klein sind machen die unheimlichen Krach.

Diese Geckos gibt es überall in Australien. Dafür dass die so klein sind machen die unheimlichen Krach.

Unser Hostel.

Unser Hostel.

Der Garten, sogar mit Hängematte.

Der Garten, sogar mit Hängematte.

Die Veranda, auf der wir abends immer zusammen saßen.

Die Veranda, auf der wir abends immer zusammen saßen.

Die eine Hälfte der Küche.

Die eine Hälfte der Küche.

Die andere Hälfte der Küche.

Die andere Hälfte der Küche.

Eine der Mikrowellen war total verdreckt.

Eine der Mikrowellen war total verdreckt.

IMG_7451

Die Kühlschränke waren dreckig und haben gestunken.

Das "Wohnzimmer".

Das „Wohnzimmer“.

Die Müllecke.

Die Müllecke.

Mit den coolen und lustigen Französinnen haben wir uns super verstanden.

Mit den coolen und lustigen Französinnen haben wir uns super verstanden.

Unseren Abschied aus Bowen halten wir noch vor dem hässlichsten Schild fest.

Unseren Abschied aus Bowen halten wir noch vor dem hässlichsten Schild fest.

Endlich hier raus.

Endlich hier raus.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s