Auf zum ersten Job – Bowen (23.-31. Oktober)

Am Mittwochmorgen holt uns Carlene ab, die uns das Auto verkauft, und wir fahren in das Service Centre, wo das Auto auf uns überschrieben werden soll. Nach einigen Komplikationen (man muss zwei Bankkarten vorweisen können, aber meine australische liegt noch im Hostel, also müssen wir erst noch einmal dorthin laufen, um sie abzuholen) wird das Auto schließlich auf uns übertragen und wir können getrost unseren Roadtrip beginnen. Unglaublich, dass wir einfach mal ein Auto gekauft.

Gegen 12 Uhr fahren wir dann los. Da es nach Bowen ziemlich weit ist, planen wir einen Zwischenstopp in Rockhampton ein, wo wir wieder einen Couchsurfer gefunden haben. Dort kommen wir gegen halb acht an und bekommen sogar ein Barbecue, sehr lecker.

Impressionen von unterwegs:

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Am nächsten Morgen fahren wir gleich um 8 Uhr weiter nach Bowen, wo wir nach etwa 7 Stunden ankommen. Sam, ein Angstellter auf der Farm, zeigt uns die Unterkunft, ein Haus mit etwa 15 Schlafzimmern für 1-4 Personen, großer Küche und Aufenthaltsraum. Sieht alles relativ dreckig aus, aber noch erträglich. Am schlimmsten sind die Kühlschränke, die zum Teil stinken und in denen sich schon eine Dreckbrühe gesammelt hat. Wir bekommen ein 4er Zimmer mit zwei anderen deutschen Mädels, die auch heute eingetroffen sind (Myrjam und Kira). Insgesamt wohnen hier wohl so um die 30 Leute, hauptsächlich Koreaner und Franzosen. Wir hören einige Geschichten von der Arbeit und sind schon ganz gespannt auf morgen.

Am 25. Oktober ist dann unser erster Arbeitstag. Wir müssen um 5 Uhr aufstehen, da uns der Bus um 5:45 Uhr abholt. Auf der Farm angekommen, verteilen sich die Leute auf die zwei Maschinen, die dann durch das Feld fahren. Die Arbeiter sitzen und pflücken je nach Platz links oder rechts die Tomaten vom Strauch. Das Ganze ist relativ anstrengend, da man sich dem Tempo der Maschine anpassen muss und die ganze Zeit in die gleiche Richtung gedreht ist. Gleich zu Anfang lernen wir zwei Sätze, die uns die nächsten Wochen verfolgen sollen: „Open the bush“ (man soll immer schön die Büsche öffnen, damit man auch keine Tomaten übersieht) und „Clean the stock“ (der grüne Pipsel muss von jeder Tomate abgemacht werden, bevor man sie in den Trichter mit dem Fließband wirft). Heute ist nur ein kurzer Tag, bereits nach 6 Stunden sind wir fertig, obwohl es in der Anzeige im Internet hieß, dass jeden Tag 10 Stunden gearbeitet werden. Wir laufen ans Meer und durch die Stadt, wobei wir feststellen, dass es hier total ausgestorben ist.

Morgen haben alle frei und da heute Freitag ist, der einzige Tag, an dem man in Bowen wohl auch mal weggehen kann, sitzen abends alle zusammen, trinken und wir gehen später in den einzigen Club.

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Am Samstag, eigentlich ja freier Tag für alle, klopft es gegen 6 Uhr auf einmal an unserer Tür, es werden noch vier Arbeiter für eine andere Farm benötigt und wenn wir wollen, müssen wir in zehn Minuten fertig sein. Wir springen also aus den Betten und ziehen uns an. Als wir auf der Farm ankommen wird leider festgestellt, dass doch nur noch zwei Plätze auf der Maschine frei sind. Isabell und ich werden dann auf die Paprikafarm gebracht, die dort immer Leute brauchen. Hier findet das Pflücken nicht auf einer Maschine statt und man wird auch nicht pro Stunde, sondern pro Eimer bezahlt. Die Arbeit geht total auf den Rücken, da man sich die ganze Zeit bücken muss. Zum Glück sind wir nach drei Stunden schon fertig, aber als wir zu Hause ankommen, müssen wir leider feststellen, dass Myrjam und Kira den Zimmerschlüssel haben und die beiden sind noch nicht zurück. Wir schlafen also draußen auf der Wiese und fahren später mit den ganzen Franzosen, die alle total nett sind, zum Strand.

Am Sonntag haben wir wieder frei und suchen vergeblich nach anderen Jobangeboten, da die Tomatensaison hier fast vorbei ist und wir jetzt schon merken, dass zu viele Arbeiter für zu wenig Arbeit in diesem Haus leben und wir oft freie Tage haben werden.

Der Film Australia wurde teilweise hier gedreht, das Haus ist wohl darin zu sehen.

Der Film Australia wurde teilweise hier gedreht, das Haus ist wohl darin zu sehen.

Montag sind wir wieder für die Paprikafarm eingeteilt, wo wir für etwa 5 Stunden so kleine Paprikas pflücken, hier bekommt man wohl 5 Dollar pro Eimer, aber es dauert ewig bis einer voll ist. Wir sind schon total erschöpft, aber leider geht es dann noch zu den großen Paprikas, für die man nur 1 Dollar pro Eimer erhält. In den nächsten 4 Stunden mache ich vielleicht 15 Eimer, also 15 Dollar in 4 Stunden verdient? Ziemlicher Schwachsinn, sich für sowas den Rücken kaputt zu machen. Zu Hause sind wir total erschöpft und erfahren auch noch, dass wir am nächsten Tag wieder auf die andere Farm sollen. Wir regen uns ziemlich darüber auf und erklären dem Boss (Hasan), dass wir zum Tomaten und nicht zum Paprikapflücken hier sind. Zum Glück teilt er uns dann doch für die Tomatenfarm ein.

Am nächsten Tag sind wir dann also auf der Tomatenfarm, aber leider landen wir auf der Maschine von Hasan, der die ganze Zeit alle Mädels anschreit und später sogar eine Koreanerin in den Bus schickt, weil sie ihm zu schlecht ist. Wir müssen uns von ihm auch Sätze anhören wie: „I don’t care about the people, I care about the tomatos“. Heute laufen wir auch viel hinter der Maschine her, da die Büsche so voll sind, dass man einfach nicht alle bekommt, wenn die Maschine fährt. Nach neun Stunden haben wir den Tag endlich überstanden.

Am Mittwoch sind wir dann natürlich wie erwartet für Day off eingeteilt und gehen für eine Stunde in die Bibliothek, wo man aber für das Internet bezahlen muss, in unserer Unterkunft gibt es jedoch keins. Den Rest des Tages verbringen wir dann am Strand, dem Coral Bay.

Unser geliebter Coral Bay.

Unser geliebter Coral Bay.

Heute dürfen wir wieder arbeiten, aber natürlich auf der Maschine von Hasan. Glücklicherweise hält sich sein Geschrei heute einigermaßen in Grenzen und es ist mal wieder nur ein sechs Stunden Tag. Dafür können wir anschließend noch zum Strand, heute fahren wir zum Rose Bay, wo das Wasser kristallklar ist. Als wir wieder nach Hause wollen, springt jedoch unser Auto nicht an, ach du Schreck. Wir schieben es den Berg runter und uns fällt ein Stein vom Herzen, als es dann doch anspringt. Auf dem Rückweg holen wir uns noch ein Eis bei Mc Donald’s und natürlich bleibt unser Auto wieder stehen und springt jetzt auch gar nicht mehr an. Eine Frau versucht uns zu helfen und vermutet, dass einfach der Tank leer ist. Die Anzeige ist zwar noch nicht im roten Bereich, hat sich aber schon immer etwas komisch verhalten und ist im Laufe der Fahrt auch mal wieder gestiegen, statt gesunken. Nebenan ist zum Glück eine Tankstelle, wo wir einen Kanister kaufen und mit 5 Litern Benzin füllen. Und siehe da, unser Auto springt wieder an. Puuuh!

Die Tomatenmaschine, an den Armen sind jeweils zwei Sitze und die können hoch und herunter gefahren werden.

Die Tomatenmaschine, die Arme können hoch und herunter gefahren werden.

Yippie, Tomatenpflücken macht Spaß...

Yippie, Tomatenpflücken macht Spaß…

So sieht das dann aus, wenn die Maschine durchs Feld fährt.

So sieht das dann aus, wenn die Maschine durchs Feld fährt.

Rose Bay

Rose Bay

Der Tank wird wieder aufgefüllt.

Der Tank wird wieder aufgefüllt.

So sieht unser Auto aus

So sieht unser Auto aus.

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Ein Gedanke zu „Auf zum ersten Job – Bowen (23.-31. Oktober)

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